EDELSTEIN - SYMBOLIK

Jade

 

     

  

Jade, hellgrüner Schmuckstein aus dichten Partien des Minerals Jadeit, dem Nephrit (Grünstein, Nierenstein) verwandt und wie dieser in der Jungsteinzeit oft zu Äxten geschliffen. In China galt Jade als edelstes aller Minerale, in erster Linie wegen der Schönheit des geschliffenen Materials, das fein gemasert verschiedene Farbnuancen aufweist, oft von innen her zu strahlen scheint und trotz seiner Härte geschmeidig wirkt. Klar smaragdgrüne Stücke wurden am höchsten geschätzt und galten als Symbole für Reinheit, Weisheit und Mut. Schon um 3000 v.Chr. wurden aus ihnen Ritualgeräte und Schmuckstücke hergestellt, um 1500 v. Chr. auch Plastiken von Fischen, Vögeln und Drachen. Die unvergängliche Schönheit solcher Stücke führte zu dem Glauben, Jade trage die Qualität der Unsterblichkeit in sich. Bestatteten wurden Jadeamulette auf den Mund, das Gesicht und die Brust gelegt. Berühmt ist der Fund von zwei mit "Jadegewändern" bestatteten Menschen bei Manch'eng; zahllose Jadeplättchen waren mit Golddraht zusammengefügt worden und umhüllten wie Rüstungen die Körper der Toten (um Chr. Geb.). In neuerer Zeit wurden große Nephritblöcke mit figurenreichen Plastiken (Landschaften, Gärten) geformt. Die Jadebearbeitung in China ist noch heute ein lebendiges Kunstgewerbe, das sich der traditionellen Symbol- und Formensprache bedient. Wegen der kühlen Glätte der polierten Oberfläche des Schmucksteins wird dichterisch die Haut einer schönen Frau oft mit Jade (yü) verglichen, und zahlreiche Metaphern für sexuelle Inhalte sind mit der Silbe für Jade kombiniert (z.B. nung-yü, Jadespiel, für Coitus). In der taoistischen Volksreligion ist der "Jadekaiser" (Yü-Huang-ti) der oberste der Himmlischen.

 Auf ähnliche Weise hochgeschätzt war Jadeit in Altmexiko schon von der olmekischen Epoche an (um 800 v.Chr.) und diente der Herstellung von Kultplastiken. Das grüne Mineral (aztekisch Chalchihuiti) war u. a. Material zur Herstellung von Herzsymbolsteinen, die in die steinernen Deckelkisten mit der Asche verstorbener Fürsten gelegt wurden. Chalchihuiticue, "Die mit dem Jade-Hüfttuch", war der Name einer Wassergöttin. Das hieroglyphische Zeichen für "Edelstein" bezieht sich in Altmexiko in erster Linie auf Jade, seltener auf Türkis.
 


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