SYMBOLIK

Blumen und Blüten

     

Blumen und Blüten sind ein Sinnbild des krönenden Abschlusses, des Wesentlichen und ein Symbol vor allem der weiblichen Schönheit. Das empfangende Verhältnis zur Sonne und zum Regen macht die Blume auch zu einem Sinnbild der passiven Hingabe und der Demut.; wegen der meist radialen Anordnung ihrer Blütenblätter kann sie andererseits aber auch als Zeichen für die Sonne begegnen. Da sie rasch verblüht, ist sie vielfach ein Symbol der Unbeständigkeit und Vergänglichkeit. Gelegentlich werden Blumen, ebenso wie die sie besuchenden Schmetterlinge, symbolisch in Zusammenhang mit den Seelen Verstorbener gebracht.

Nach Farben unterschieden, stehen gelbe Blumen in symbolischem Zusammenhang mit der Sonne, weiße mit Tod oder Unschuld, rote mit dem Blut und blaue mit Traum und Geheimnis. Goldene Blumen begegnen verschiedentlich, z.B. im Taoismus, als Symbole höchsten geistigen Lebens. In Japan entwickelte sich die Kunst des Blumensteckens (Ikebana) zu einer symbolischen Ausdruckskunst, die verschiedene Ausprägung in unterschiedlichen Schulen fand; als Grundpositionen begegnen häufig: Himmel (oben), Mensch (Mittelpunkt), Erde (unten).

 

Akelei Pflanzengattung der nördlich gemäßigten Zone, die ursprünglich der germanischen Muttergöttin Frija geweiht war. In der christlichen Kunst ist sie ein Marienattribut.
Anemone In der Antike Symbol für das Vergängliche, da sie nicht von langer Dauer ist (anemos bedeutet auf griechisch "Wind"). Blume des Adonis, der von Venus in eine purpurrote Anemone verwandelt wurde.
In der christlichen Kunst bedeuten Anemonen das vergossene Blut von Heiligen (neben Rosen und Margariten).
 
Arnika (Bergwohlverleih, Johannisblume) Korbblütler mit gelben, würzig duftenden Blüten. Bereits bei den Germanen Heilpflanze und ursprünglich der germanischen Muttergöttin Frija, später der Maria geweiht. Sie galt auch als Schutz gegen Blitz, Hexen und Zauberer.
  
Blaue Blume Symbol der Dichtung in Novalis' Roman "Heinrich von Ofterdingen" und von daher allgemein Symbol der romantischen, ins Unendliche gerichteten Sehnsucht sowie der romantischen Dichtung überhaupt.
 
Ehrenpreis (Veronica) In den meisten arten blau blühender Rachenblütler. Der lateinische Name geht möglicherweise auf das griechische Wort Berenike (Siegbringerin) zurück. Man bildete später das Wortspiel "vera unica medicina" und bezog die Pflanze symbolisch auf Christus als die "wahre, einzige Medizin".
Da der Ehrenpreis angeblich den Blitz anzog, vermied man es, ihn ins Haus zu bringen.
 
Engelwurz (Angelica) Doldenblütler der nördlichen Hemisphäre. Eine der ältesten Symbol-Pflanzen innerhalb des Christentums. In der Regel Symbol der Dreifaltigkeit und des Heiligen Geistes, weil der Stengel zwischen zwei sich gegenseitig umschließenden Häuten hervorwächst. Sie galt als Hauptheilmittel gegen die Pest. Der Legende nach brachte ein Engel einem Mönch die Heilpflanze.
 
Frauenmantel (Sinau) Im Volksmund häufig "Unserer lieben Frauen Nachtmantel" genannt wegen der Form der Blätter; Marienpflanze.
 
Frauenschuh Eine wegen ihrer Blütenform so genannte Orchideengattung, die gelegentlich als "Kriemhilds Helm" bezeichnet wurde. Sie wir in vielen Legenden mit der Jungfrau Maria in Zusammenhang gebracht.
 
Gänseblümchen (Maßliebchen, Bellis) Korbblütler der gemäßigten Zone. Ursprünglich der germanischen Muttergöttin Frija geweiht.
In der mittelalterlichen Kunst häufiges Marienattribut. Es symbolisiert das ewige Leben und die Erlösung, aber auch, wie die Margarite, Tränen und Blutstropfen.
Kornrade
Krokus Pflanzengattung mit über 60 Arten, von denen im Altertum besonders der Safran geschätzt wurde. Krokuskränze sollten angeblich vor Trunkenheit schützen. Aus der Blütennarbe des Safrans bereitete man einen gelben Farbstoff, ein Symbol des Lichts und der Hoheit. Gewänder von Göttern und Königen waren deshalb häufig sarangelb. Wegen seines goldfarbenen Stempels ist der Krokus in der christlichen Literatur gelegentlich ein Symbol des Goldes und damit zugleich der höchsten Tugend, der Liebe.
 
Leberblümchen Als heilkräftige Pflanze in der Symbolik des christlichen Mittelalters Marien-Symbol und wegen seiner Dreiblättrigkeit auch Trinitätssymbol.
 
Lilie Die weiße Lilie ist ein altes und weitverbreitetes Licht-Symbol. Daneben gilt sie, vor allem in der christlichen Kunst, als Symbol der Reinheit, Unschuld und Jungfräulichkeit (besonders häufig auf Mariendarstellungen, z.B. sehr oft im Zusammenhang mit der Verkündigung durch den Erzengel Gabriel). Möglicherweise handelt es sich dabei um die Sublimierung einer ursprünglich phallischen Bedeutung, die man der Lilie wegen der auffälligen Form ihres Stempels beimaß. Eine Lilie, die auf Darstellungen Christi als Weltenrichter aus dessen Munde hervorkommt, ist ein Symbol der Gnade.
Die Bibel spricht von den Lilien auf dem Felde als einem Symbol der Hingabe an Gott.
Die Lilie ist außerdem ein ein uraltes Königs-Symbol und spielt auch in der Heraldik eine wichtige Rolle von wechselnder Bedeutung, so kann sie z.B. auf das Patronat der Gottesmutter Maria verweisen, oder, mit deutlicher Dreizahl ihrer Blütenblätter, auf die Dreieinigkeit.
 
Malve (Stockrose) Pflanze der nördlichen gemäßigte Zone, die oft als Heilmittel verwendet wurde. Bereits im Altertum galten die Blätter der Malve als Zeichen einer Bitte um Vergebung. In der christlichen Kunst begegnet die Malve gelegentlich in derselben Bedeutung.
 
Margarite (Marguerite) Wiesen-Wucherblume, Korbblüter mit weißstrahlenden Blüten. Wie der Name Margarite sagt (lat. margarita = Perle), wurde die Pflanze mit der Perle und damit zugleich mit Tränen, aber auch mit vergossenen Blutstropfen verglichen. Auf christlichen Traditionsbildern des Mittelalters weist sie daher häufig auf Christi und der Märtyrer Tod und Leiden hin.
 
Mohn
Narzisse
Nelke
Nelkenwurz
Odermennig
Orchideen
Pfingstrose
Primel
Ringelblume
Rose
Schlüsselblume
Schneeglöckchen
Schöllkraut
Schwertlilie
Sonnenblume
Stiefmütterchen
Strauß
Veilchen
    Ysop


 


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