Schon beim G-8-Gipfel in Japan im vergangenen Jahr wurde Berlusconi als Vertreter eines Landes dargestellt, “das bekannt ist für Korruption und Lasterhaftigkeit”. Der Regierungschef werde von vielen in seinem Land gehasst und als “politischer Dilettant” angesehen. Das Weiße Haus entschuldigte sich später dafür, und die Sache war schnell gegessen.
Dieses Jahr wiegt der Affront schwerer, denn er ist nur ein PR-Problem von vielen, das Berlusconi beim G-8-Gipfel hat. Internationale Zeitungen delektieren sich an seinen vermeintlichen Affären mit Minderjährigen und Prostituierten. Im Unterschied zu allen anderen politischen Persönlichkeiten, die in der dicken US-Pressemappe ausführlich vorgestellt werden, sind dem Gastgeber des G-8-Gipfels 2009 nur einige karge Worte gewidmet: Er wird als “Italiener, Politiker, Unternehmer, Ministerpräsident” beschrieben. Selbst Merkel und Erdogan, der türkische Ministerpräsident, bekommen mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Das passt dem Medienmogul ganz offensichtlich nicht.
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